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Therapie von Glutensensitivität und Zöliakie

Aktualisiert: 9. März

Die meisten Getreidesorten wie z.B. Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste enthalten Gluten, was grundsätzlich ein natürlicher Eiweissbestandteil dieser Pflanzen ist.

Doch weshalb hört man dann immer davon, dass Gluten ungesund ist und Beschwerden auslösen kann?

Therapie von Glutensensitivität und Zöliakie Weizenfeld

Zwar gibt es im menschlichen Darm kein Enzym, welches Gluten aufspaltet und so in genügend kleine Bestandteile zerlegt, dass es wie andere Ernährungsbestandteile auch, die Darmwand passieren und in den Körperkreislauf gelangen kann.

Das wäre nicht weiter schlimm, weil es im Darm dafür einen speziellen Mechanismus gibt:

Sobald Gluten auf die Darmwand trifft, öffnet diese sich, indem sie ihre Verbindungsstellen (tight junctions) zwischen den einzelnen Zellen vergrössert. Wenn sich die Zellverbindungen danach dann wieder schliessen, ist das ein normaler Vorgang, bei dem der Körper mit dem eingenommenen Gluten gut klar kommt.


In der Lebensmittelindustrie wird Gluten aber sehr oft als billiger Zusatzstoff verwendet.

Besonders attraktiv ist es durch seine geschmacksverstärkenden Eigenschaften. Zudem macht es Backwaren weich und fluffig, und macht so seinem Namen als Klebeeiweiss alle Ehre.

Diese industriellen Vorteile sind der Grund, weshalb die verschiedenen Getreidearten in der heutigen Zeit oftmals schon mit erhöhtem Glutengehalt gezüchtet werden. Auch ist es keine Ausnahme, dass Gluten verschiedenen Nahrungsmitteln zusätzlich von aussen zugefügt wird.


Besonders bei bereits vorhandenen Darmproblemen oder bei erhöhtem Konsum von glutenhaltigen Lebensmitteln machen sich Beschwerden früher oder später bemerkbar.

Die tight junctions verkleben und können die Darmwand nicht mehr richtig schliessen.

Die erhöhte Durchlässigkeit führt dann dazu, dass auch alle anderen zu grossen oder ausscheidungspflichtigen Nahrungsbestandteile in den Körperkreislauf eindringen, und so zu Krankheitserscheinungen verschiedenster Art und Lokalisation führen können.



Unterschied Glutensensitivität und Zöliakie


Bei der Glutenunverträglichkeit lassen sich zwei Formen unterscheiden. Beide zeigen sich mit dem selben Symptomenspektrum: Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen und Veränderungen des Stuhlgangs. Auch unspezifischere Erscheinungen wie Energielosigkeit oder Kopfschmerzen sind möglich, zudem können Wachstumsstörungen bei Kindern und ein stark vorgewölbter Bauch vorkommen.


Das eine ist die erhöhte Sensitivität auf Gluten, bei der anderen handelt es sich um die Zöliakie, der weitaus schwerwiegenderen Form der Unverträglichkeit.


Die Zöliakie ist eine Krankheit, bei welcher der Körper schon auf die kleinsten Mengen von Gluten mit einer überschiessenden Immunreaktion reagiert. Dadurch entstehen Entzündungen im Darm, welche zu einer Schädigung der Darmzellen und zur Rückbildung der Darmzotten führen. Die Resorptionsfläche des Darms verringert sich, was mit der Zeit zu Mangelerscheinungen führt. Auch die Darmschleimhaut wird geschädigt und dünner. Wird die Diagnose Zöliakie gestellt, bedeutet dies, dass man sich auf eine lebenslange glutenfreie Ernährung umstellen muss um die bestmögliche Regeneration des Darms und ein Leben ohne Symptome zu ermöglichen.



Therapie von Glutensensitivität und Zöliakie


Wurde eine Glutensensitivität festgestellt, geht es zuerst darum, glutenhaltige Lebensmittel für eine Weile strickt zu meiden. Auf diese Weise wird der Darm entlastet und neue Entzündungsreaktionen können vermieden werden.

Mit einer Darmsanierung werden bestehende Entzündungen des Gewebes bekämpft, das geschädigte Mikrobiom ins Gleichgewicht gebracht und die Darmschleimhaut wieder aufgebaut.

Der Darm kann sich regenerieren und erlangt seine normale Funktionalität zurück. Auch die Beschwerden verschwinden mit der fortschreitenden Therapie immer mehr.


Auch bei Zöliakie macht es Sinn, das gestörte Darmmilieu wieder ins Gleichgewicht zu bringen und dem kranken Organ zur Heilung zu verhelfen. Der Ansatz ist dabei der selbe wie bei der Sensitivität auf Gluten. Die Umstellung auf eine dauerhafte glutenfreie Ernährung ist dabei der zentrale Punkt und macht den Unterschied zu der weniger schlimmen Form der Glutenunverträglichkeit aus.




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